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Agora Energiewende: Auf dem Weg zum neuen Strommarktdesign: Kann der Energy-only-Markt 2.0 auf Kapazitätsmechanismen verzichten?

18.09.14

Kernaussage: Kapazitätsmechanismen sind überflüssig, wenn Energy-Only-Markt weiterentwickelt wird und die Nachfrage flexibilisiert wird

Die übergreifende These der Studien ist, dass Kapazitätsmechanismen überflüssig sind, wenn der existierende Energy-only-Markt (EOM) gezielt weiterentwickelt und die Nachfrage deutlich flexibilisiert wird – Stromnachfrager werden dann bei hohen bis sehr hohen Börsenpreisen ihre Stromnachfrage reduzieren, um so Angebot und Nachfrage wieder in Einklang zu bringen. Demgegenüber haben etliche Gutachten 2012 und 2013 die Notwendigkeit eines die gewährleistenden Kapazitätsinstruments betont und hierfür auch Vorschläge vorgelegt.

Agora Energiewende und das Fachblatt Energie & Management bieten dieser Debatte wie schon in der Vergangenheit eine öffentliche Plattform. Der vorliegende Reader dokumentiert unsere Konferenz "Auf dem Weg zum neuen Strommarktdesign: Kann der Energy-only-Markt 2.0 auf Kapazitätsmechanismen verzichten?"vom 17. September 2014. Wir haben die Gutachter des Bundeswirtschaftsministeriums gebeten, ihre zentralen Ergebnisse darzustellen – und zudem die Verfasser der zentralen Kapazitätsmarktvorschläge eingeladen, diese Ergebnisse kritisch zu kommentieren.

Dabei widmet sich der erste Teil dieses Readers der Frage, ob ein Kapazitätsmechanismus notwendig ist, während der zweite Teil die verschiedenen Sichtweisen auf die unterschiedlichen Kapazitätsmarktvorschläge dokumentiert.

Wir sind der Überzeugung, dass die intensive Diskussion um Kapazitätsmechanismen in Deutschland in ihrem vierten Jahr in eine neue Phase eintreten sollte. Die bisherige Diskussion war äußerst fruchtbar – sie ist unter Beteiligung aller Stakeholder und auf hohem Niveau geführt worden. Doch es ist auch deutlich geworden, dass kein Vorschlag für sich in Anspruch nehmen kann, in jeder Hinsicht gelungen zu sein, und auch, dass keiner der Vorschläge katastrophal versagen würde. Auf dem Weg hin zu politischen Entscheidungen ist es deshalb an der Zeit, Vorfestlegungen zu reflektieren und nüchterner und konkreter als bisher Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken der unterschiedlichen Vorschläge und der ihnen jeweils zugrunde liegenden Annahmen zu analysieren. Der unten zum Download angebotene Reader soll dazu einen Beitrag leisten.

Zur Studie (September 2014)