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BWE: Zukünftige Auswirkungen der Sechs-Stunden-Regelung gemäß § 24 EEG 2014

15.12.14

Kernaussage: Strommarkt muss reformiert werden; jetziges Marktdesign führt zu negativen Strompreisen, Abschaltungen von Windenergieanlagen und weniger Grünstrom im Netz

Eine im Auftrag des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) von Energy Brainpool vorgelegte Kurzstudie zeigt, dass ohne eine Anpassung des Marktdesigns an die neue Energiewelt es immer häufiger zu Abschaltungen und damit zum Verlust CO2-freier Energiemengen kommen wird. Das EEG 2014 sieht in § 24 ab dem 01.01.2016 eine Reduzierung der Förderung von Strom aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen auf null vor, wenn dieser in einem Zeitraum produziert wurde, in dem die Spotmarktpreise sechs oder mehr Stunden in Folge negative Werte aufweisen.

„Mit dem aktuellen Marktdesign drohen an den Spotmärkten ab 2020 immer öfter sechs oder mehr Stunden in Folge mit negativen Preisen. Im Jahresdurchschnitt hätten sich die negativen Preise zwischen 2008 und 2014 in einem Rahmen von -5 bis -60 €/MWh bewegt. Im Durchschnitt ergebe sich dabei ein mittlerer negativer Preis von -33 €/MWh.

Diese Negativpreise würden zu einem Ausbleiben von Erlösen führen und könnten sich in der Folge bereits heute auf die Finanzierung von Windkraftprojekten auswirken. Ab 2016 würden bei einem unveränderten Marktdesign Risikoaufschläge in der Projektfinanzierung drohen. Damit wird deutlich, dass das gegenwärtige Marktdesgin den Herausforderungen der Energiewende nicht gerecht wird. Zusätzlich reduziert die zunehmende Abschaltung von Windkraftanlagen aufgrund negativer Preise den Anreiz, die vorhandenen Flexibilitätsoptionen auszunutzen und neue zu entwickeln“, machte  Tobias Kurth , Senior Manager bei Energy Brainpool, deutlich.

Zur Studie (Dezember 2014)