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BZL: Quecksilberemissionen aus Kohlekraftwerken in Deutschland – Stand der Technik der Emissionsminderung

12.05.14

Kernaussage: Kohlekraftwerke Hauptverursacher von Quecksilber-Emissionen in Deutschand; zu lasche Grenzwerte in Deutschland im Vergleich zu den USA

Die Umweltwissenschaftlerin Barbara Zeschmar-Lahl (BZL) hat im Auftrag der Grünen analysiert, wieviel Quecksilber durch Kohlekraftwerke in Deutschland emittiert wird. Quecksilber gilt als gefährliches Nervengift, besonders für Schwangere und Kinder. In Deutschland stamme die Hauptemissionsfracht an Quecksilber (rund 70 %) in den Jahren 2010 bis 2012 aus dem Energiesektor, vor allem von den mit Braun- oder Steinkohle befeuerten Kraftwerken In Deutschland waren in 2012 insgesamt 69 große Kraftwerke (> 100 MW) in Betrieb, die entweder nur mit Kohle (Steinkohle: n = 46, Braunkohle: n = 15) oder zusätzlich mit Erdgas, Heizöl und/oder Abfall (n = 8) befeuert wurden. Acht (2012) bzw. neun (2011) Braunkohle-Großkraftwerke mit Jahresemissionen von jeweils mehreren Hundert Kilogramm Quecksilber waren für mehr als 60 % der Quecksilberemissionen des Energiebereichs (2012: 61%; 2011: 64%) bzw. gut 40 % der Gesamtemissionen an Quecksilber in Deutschland verantwortlich.

Die in den USA empfohlenden Grenzwerte lägen deutlich unter den deutschen Grenzwerten von 30 ?g/Nmim Tagesmittel und (ab 2019 für bestehende Anlagen geltend) von 10 ?g/Nm3 im Jahresmittel. Wenn in Deutschland die gleichen strengen Grenzwerte gälten wie in den USA, müssten hier zu Lande sofort 50 Kraftwerke abgeschaltet werden, so die Studie.

Zur Studie (Mai 2014)