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DIW: Szenarien einer nachhaltigen Kraftwerksentwicklung in Deutschland

19.11.14

Kernaussage: strukturierter Kohleausstieg macht Energiewende wirtschaftlicher, senkt CO2-Emissionen um 40 % und stabilisiert Strommarkt; keine Strompreiserhöhung für Verbraucher

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung und der European Climate Foundation den Nutzen eines strukturierten Kohleausstiegs bei der Stromproduktion untersucht. Ergebnis: Die Abschaltung alter und CO2-intensiver Kohlekraftwerke in Deutschland könnte einen substantiellen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele (-40 % bis 2020). der Bundesregierung leisten. Weil gleichzeitig die Börsenstrompreise moderat stiegen, würde sich die Stromerzeugung der für die Energiewende wichtigen Gaskraftwerke wieder mehr rentieren. Aufgrund des gestiegenen Großhandelspreises sänke außerdem die EEG-Umlage.

Den Szenariorechnungen zufolge könnten im kommenden Jahr rund 23 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid weniger ausgestoßen werden, wenn Steinkohlekraftwerke mit einer Kapazität von drei Gigawatt und Braunkohlekraftwerke mit einer Kapazität von sechs Gigawatt vom Netz genommen würden. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt des DIW Berlin: "Der Stromsektor sollte einen stärkeren Beitrag zum Erreichen der kurz- und mittelfristigen Klimaziele leisten, indem CO2-intensive, ineffiziente Kohlekraftwerke durch effizientere Gaskraftwerke ersetzt werden. Weil dem Klima und dem Strommarkt gleichzeitig geholfen wäre, winkt sogar eine doppelte Dividende. "Der Börsenstrompreis würde zwar moderat steigen, dies verbessere jedoch die Wirtschaftlichkeit der für die Energiewende so wichtigen Gaskraftwerke", so Kemfert. "Insgesamt sind Preissteigerungen für private Stromkunden kaum zu erwarten."

Zur Studie (November 2014)