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E-Bridge, TenneT: Ein Beitrag zur Ausgestaltung eines Fangnetzes zur nachhaltigen Gewährleistung der Versorgungssicherheit

26.01.15

Kernaussage: Statt Kapazitätsmarkt schlägt TenneT ein "Fangnetz"-Modell vor

Das Consultingunternehmen E-Bridge hat im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers TenneT eine marktorientierte Alternative für Kapazitätsmärkte ausarbeiten lassen. Das darin vorgestellte "Fangnetz"-Modell besteht aus Reservekapazitäten, die von der Regulierungsbehörde festgelegt werden. Das Fangnetz komme nur zum Einsatz, wenn alle anderen Maßnahmen zur Stabilisierung des Netzes nicht funktionieren. Die Fangnetz-Kapazitäten dürften nicht am Markt teilnehmen. Die Kosten für die Inanspruchnahme sollen nur diejenigen Stromhändler und Stromlieferanten tragen, die sie in Anspruch nehmen und nicht der Endverbraucher. Dadurch entsteht der Anreiz, das Fangnetz möglichst nicht zu verwenden und die Möglichkeiten des Energy-Only-Marktes (EOM) optimal auszunutzen. Wird die Fangnetzreserve nicht in Anspruch genommen, werden die Kosten für die Vorhaltung der Leistung auf alle Marktteilnehmer umgelegt. Laut E-Bridge kann ein EOM genügend Kraftwerkskapazität vorhalten und die Stromnachfrage zu jeder Viertelstunde decken. Im zukünftigen Netz müsse zudem jeder Marktteilnehmer einen Teil der Verantwortung für die Versorgungssicherheit übernehmen. Dafür müsse das EEG so reformiert werden, dass erneuerbare-Energien-Anlagen schrittweise Marktrisiken übernähmen, Systemdienstleistungen bereitstellten und anderen Marktakteuren gleichgestellt würden. Es müsse ein Anreiz geschaffen werden, sich systemdienlich zu verhalten, beispielsweise durch die sofortige Sanktion von Bilanzabweichungen.

Zur Studie (Januar 2015)