News

EnergyComment: License to Spill. Ölverschmutzungen in der Nordsee

24.04.14

Kernaussage: Tiefseebohrungen nach Öl in der Nordsee zu riskant - Sanktionen für Umweltschäden zu niedrig - 36 Mrd. Euro Abwrackkosten allein für britische Ölplattformen

EnergyComment hat im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen eine Kurzstudie zu den Risiken der Ölförderung in der Nordsee erstellt. Die Studie bezieht sich in weiten Teilen auf Daten der europäischen Meeresschutz-Kommission OSPAR. Fast täglich werde die Nordsee mit Öl und schädlichen Chemikalien verschmutzt, sei es durch Unfälle, Unachtsamkeiten oder Materialermüdung. Im Jahr 2013 seien 551 meldepflichtige unerlaubte Einleitungen von Öl und Chemikalien allein im britischen Sektor der Nordsee verzeichnet worden. Im Jahr 2012 waren es 518, im Jahr 2011 546 Störfälle. Allein 2011 seien 101,1 Tonnen Öl in die Nordsee eingeleitet worden, nur 35 Tonnen davon illegal (s. Grafik). Einzelne Plattformen in Skandinavien, wie Draugen oder Statfjord, besäßen offiziell die Genehmigung, jeden Tag bis zu 600 Liter Öl in die Nordsee einzuleiten. Insgesamt seien 2011 727,70 Tonnen an Chemikalien ins Meer gelangt, wobei der ökologische Schaden je nach Zusammensetzung variiere.

Ein weiteres Problem sei die Entsorgung alter Plattformen: Branchenschätzungen gehen von 30 Mrd. Pfund (ca. 36 Mrd. Euro) Abwrackkosten allein für den britischen Sektor der Nordsee aus. Die Abwrackung der Anlagen sei zwar rechtlich geregelt, die konkrete Umsetzung bleibe aber unklar, denn eine Demontage in großer Meerestiefe sei "technisches Neuland."

Zur Studie (April 2014)