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EnKliP, Greenpeace: Auf dem Weg zum 40 % - Klimaziel. Mehr Wind an Land und Photovoltaik – Warum die Deckelung keine Kosten spart

29.01.15

Kernaussage: Deckelung von Onshore-Wind und PV ist unwirtschaftlich und führt zum Verfehlen des Klimazieles 2020

Durch die Deckelung des Ausbaus erneuerbarer Energien verfehle Deutschland sein Klimaziel für das Jahr 2020 verfehlen trotz des kürzlich beschlossenen „Aktionsprogramms Klimaschutz 2020“. Wirtschaftlich ließe sich ein gebremster Ausbau nicht begründen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie des Beratungsbüros Energie- und Klimapolitik (EnKliP) im Auftrag von Greenpeace Deutschland. Mit der Ausbaubremse stehe sich die Bundesregierung beim Klimaschutz selbst im Weg, so Greenpeace-Experte Niklas Schinerl. „Wenn bis 2020 eine Reihe schmutziger Kohlemeiler vom Netz gehen, dann brauchen wir entsprechend mehr Erneuerbare. Für unsere Stromrechnung macht das kaum einen Unterschied.“

Zentrale Ergebnissse der Studie auf einen Blick:
1. Der Kostenberg, den die Bundesregierung mit dem neuen EEG überwinden will, bereits 2013 überwunden war – auf Grundlage des alten EEG.
2.Das Ziel der Bundesregierung, die durchschnittliche Vergütung für Ökostrom bei Neuanlagen auf 12 Ct/kWh zu senken, wird mit einem beschleunigten Ausbau von Windenergie an Land und Photovoltaik bereits 2015 erreicht – beim gedrosselten Ausbau nach EEG 2014 erst 2018.
3. Ein solches Szenario, in dem bis 2020 zusätzliche fünf Prozent des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien erzeugt wird, führt zu einem Beitrag zur EEG-Umlage von weniger als 0,5 Ct/kWh. Das ist nur ein Viertel dessen, was ein beschleunigter Ausbau 2010 gekostet hätte.
4. Würde diese zusätzliche Strommenge mit neuen Erdgaskraftwerken statt Erneuerbaren Energien erzeugt, wäre das für die Verbraucher insgesamt nicht günstiger – für die Umwelt und die Versorgungssicherheit ist das reine EE-Szenario aber besser.
5. Unter der Annahme eines für neue Erdgaskraftwerke auskömmlichen Preises am Strommengenmarkt – beispielsweise der Strombörse – würde die Beschleunigung des EE-Ausbaus bis 2020 keinen erkennbaren Aufschlag auf die EEG-Umlage verursachen.
6. Fünf Prozent mehr Ökostrom können die durch das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 wegfallende Kohlestromproduktion vollständig substituieren. Dies würde auch global zu einer Reduktion der Klimaemissionen führen. Würde ausschließlich Strom aus Braunkohlekraftwerken ersetzt, könnten über 30 Mio. Tonnen Klimaemissionen pro Jahr reduziert werden

Zur Studie (Januar 2015)