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Expertenkommission Energie der Zukunft: Stellungnahme zum ersten Fortschrittsbericht der Bundesregierung für das Berichtsjahr 2013

09.01.15

Kernaussage: Treibhausgasemissions- und Energieeffizienziel werden bis 2020 verfehlt; bisher keine Kompensationsmaßnahmen für Mehremissionen durch Atomausstieg

Die Expertenkommission "Energie der Zukunft" hat den Entwurf der Bundesregierung zum Fortschrittsbericht vom November 2014 analysiert. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Klimaziele sehr wahrscheinlich verfehlt werden. Mit den vorhandenen Maßnahmen könnten die Treibhausgasemissionen bis 2020 um lediglich 33 bis 34% statt der angestrebten 40% gesenkt werden.

Als Ursache nennen die Autoren unter anderem Rebound-Effekte, den Rückstand beim Übertragungsnetzausbau und Auswirkungen des Kernenergieausstiegs. Aus technischer Sicht seien die verstärkte Nutzung der erneuerbaren Energien und die forcierte Verbesserung der Energieeffizienz die entscheidenden Mittel zur Schließung der Lücke.

Es sei bis 2020 auch keine Reduktion des Primärenergieverbrauchs um 20 % zu erwarten, bis von der Bundesregierung angestrebt. Um das Ziel noch zu erreichen, müsste das Tempo der Verbrauchsminderung drastisch gesteigert werden. Die im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) genannten zusätzlichen Maßnahmen würden die Lücke zum 2020-Ziel voraussichtlich nicht schließen. Maßnahmen zur Emissionsminderung im Verkehrssektor seien bisher kaum berücksichtigt worden, obwohl dieser nahezu vollständig von fossilen Energieträgern abhängt.

Zur Studie (Dezember 2014)