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FÖS, BEE: Industriestrompreise in Deutschland und den USA

09.07.14

Kernaussage: ohne Steuern und Abgaben betrachtet gehören Strompreise in Deutschland zu den niedrigsten in der EU; Wettbewerbsfähigkeit gegenüber USA ist gegeben

Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) hat im Auftrag des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) untersucht, wie wettbewerbsfähig die deutschen Industriestrompreise sind. „Im Gegensatz zum häufig bemühten Argument der Verteuerung der Industriestrompreise durch die Energiewende ist de facto eine Entlastung der stromintensiven Großverbraucher festzustellen“, so die Forscher. Sie weisen nach, dass die gängigen Statistiken des europäischen Statistikamtes Eurostat die tatsächlichen Industriestrompreise in Deutschland deutlich zu hoch ausweisen. So gehe Eurostat von einem Durchschnittspreis für Großverbraucher von 10,6 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2013 aus (ohne Strom- und Mehrwertsteuer). Tatsächlich zahlten stromintensive Betriebe, die von umfangreichen Ausnahmen und Vergünstigungen bei Steuern, Abgaben und Umlagen in Deutschland profitieren, 2013 für ihren Strom im Durchschnitt nicht 10,6 Cent, sondern 4,8 Cent – also weniger als die Hälfte des Eurostat-Wertes. Eurostat hatte insbesondere die durchschnittliche EEG-Umlage mit rund 4 Cent je Kilowattstunde zu hoch angesetzt. Der Preis für stromintensive Betriebe werde in diesem Jahr in Deutschland weiter (auf bis zu 4,1 Ct/kWh) sinken. Damit seien auch die Strompreise stromintensiver Betriebe in den USA kaum niedriger als in Deutschland. Außerdem sei das deutsche Stromnetz sehr stabil. In den USA beispielsweise seien die Ausfallzeiten sechs bis acht Mal so lang wie in Deutschland – ein wichtiger Kostenfaktor.


Vergleich von Industriestrompreisen in der EU nach Daten von Eurostat (Grafik: FÖS, BEE)

Zur Kurzstudie (Juli 2014)