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HEAL im Auftrag der EC: The unpaid health bill: How coal power plants make us sick (März 2013)

17.04.13

Kernaussage: Kohle verursacht jährlichen Schaden in der EU von 42,8 Mrd. Euro Die europäische Health and Environment Alliance (HEAL) hat in einer Studie erstmals ermittelt, welche gesundheitlichen Folgekosten durch Kohlekraftwerke in der EU entstehen. Die Studie wurde von der Europäischen Kommission finanziert, die noch dieses Jahr über strengere Gesetze bezüglich Emissionen und fossilen Kraftwerken beraten will. Insgesamt entstehe jährlich ein Schaden von 42,8 Mrd. Euro. Polen (8,2 Mrd), Rumänien (6,4 Mrd.) und Deutschland (6,3 Mrd.) seien die drei am stärksten betroffenen Länder. Luftverschmutzung führe in Europa jährlich zu 18.200 frühzeitigen Todesfällen und 8.500 neuen Fällen von chronischer Bronchitis. Vier Millionen Arbeitstage gingen der Volkswirtschaft pro Jahr durch krankheitsbedingte Ausfälle von Mitarbeitern verloren, die durch verschmutzte Luft verursacht werden. Feinstaubpartikel, Stickoxide und Quecksilber in den Abgasen von Kohlekraftwerken verursachten nicht nur Krankheiten, die mit der Atmung zusammenhängen. Setze man beispielsweise schwangere Frauen über einen längeren Zeitraum Quecksilber-Emissionen aus, könnten irreparable Schäden am Gehirn des ungeborenen Kindes entstehen. Allein dieser Teilbereich verursache in der EU Behandlungskosten in Höhe von 9 Mrd. Euro. In Deutschland ist 2013 ein Rekordzubau von Steinkohlekraftwerken mit 5,3 GW Kapazität geplant. Die gesundheits- und umweltschädliche Braunkohle hatte 2012 mit 25 Prozent die Dominanz als Energieträger für Stromerzeugung. Bis 2018 fließen in Deutschland noch staatliche Kohle-Subventionen. 

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