News

IPCC: Climate Change 2014. Synthesis Report

03.11.14

Kernaussage: Zweigradziel ist noch zu schaffen; Kosten für Umsteuern sind im Rahmen des Möglichen und beeinträchtigen das Wirtschaftswachstum nicht;

Der Weltklimarat  der Vereinten Nationen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) hat eine Synthese seiner bisherigen Erkenntnisse zum Klimawandel veröffentlicht. Der nur 40 Seiten umfassende Synthesebericht des Fünften Sachstandsberichts (AR5) fasst die drei vorangegangenen  Berichte zusammen (vgl. 3/2014, 4/2014, 10/2013)  und soll eine Art Handlungs-Fahrplan für Politiker sein. 78 Prozent der Klimagase zwischen 1970 und 2010 seien durch die Nutzung fossiler Energieträger entstanden.

Die Zielvorgabe ist klar defininert: Bis 2050 müssen die CO2-Emissionen um 40 bis 70 Prozent im Vergleich zu 2010 reduziert werden, damit die globale Erderwärmung auf zwei Grad begrenzt werden kann. Bis zum Jahr 2100 sollten keine Klimagase mehr emittiert werden. Dafür muss der Business-as-Usual-Pfad (BAU) verlassen werden. Das Zeitfenster, innerhalb dessen der Kliamwandel in erschwinglichem Rahmen gebremst werden könne, betrüge zwischen 20 und 30 Jahren. Konkret schlägt der Weltklimarat eine Abkehr von Kohle als Energieträger vor, begleitet von CCS zur Speicherung von CO2 unter der Erde. 

„Auch der Klimaschutz birgt Risiken“, sagt Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC). Bei der Abscheidung und unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid aus den Abgasen von Kraftwerken gebe es offene Fragen zum Einsatz in großem Maßstab. „Doch diese Risiken sind beherrschbar – das ist der fundamentale Unterschied zu den potentiell unbeherrschbaren Risiken des Klimawandels“, so Edenhofer.

Der Beitrag seiner Arbeitsgruppe zum Fünften Sachstandsbericht zeigt, dass das globale Wirtschaftswachstum durch Klimapolitik kaum eingeschränkt würde. „Klimaschutz ist zweifellos mit Kosten verbunden, aber es kostet nicht die Welt, den Planeten für unsere Kinder zu bewahren“, so Edenhofer. Der Ökonom betrachtet einen Preis für Kohlenstoffemissionen als zentrale Maßnahme. „Der Deponieraum der Atmosphäre ist begrenzt und kann nicht weiter kostenlos genutzt werden“, betont Edenhofer.

Zur Studie (November 2014)