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MIT et al.: Evidence on the impact of sustained exposure to air pollution on life expectancy from China’s Huai River policy

09.07.13

Kernaussage: Luftverschmutzung durch Kohle verkürzt die Lebenszeit um 3-5 Jahre

Kohlebedingte Herzinfarkte, Schlaganfälle und Atemwegserkrankungen haben die Lebenserwartung von Nordchinesen durchschnittlich um 5,5 Jahre verkürzt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Massachussetts Institutes of Technology (MIT). Eine Forscher-Quartett um Hongbin Li (Tsinghua-Universität Peking) und Michael Greenstone (MIT) hat alle verfügbaren Daten über Sterbefälle, deren Ursachen und die Luftverschmutzung in China seit den 1970er Jahren ausgewertet. Zwischen 1981 und 2001 sei die Schwebestaub-Konzentration in China im Schnitt doppelt so hoch gewesen wie es die chinesische Luftqualitätsnorm vorschreibt. Diese schreibe einen Grenzwert von 200 µg/m3 an Schwebestaub-Partikeln vor. Im Norden Chinas seien die Schwebestaub-Werte um 55 Prozent höher als im Süden. Ursache sei die Versorgung im kälteren Nordchina mit Wärmeenergie aus Kohle. Etwa in der Mitte des Landes entlang des Huai-Flusses verlaufe die Trennlinie zwischen Kohlenergie und etwas umweltfreundlicherer Energie. 2,5 Milliarden Lebensjahre habe die Huai-Fluss-Politik bislang gekostet. Die Forschungsergebnisse könnten auch auf andere Länder übertragen werden und erlaubten Rückschlüsse darauf, welche Gesundheitsrisiken mit Schwebestaub einhergingen. Schwebestaub ist ein Oberbegriff für alle Feinstaubsorten, die in der Luft nachweisbar sind. Setze man Menschen langfristig einer um 100 Mikrogramm pro Kubikmeter erhöhten Schwebestaub-Dosis aus, verkürze sich das Leben um etwa drei Jahre.

Zur Studie (Juli 2013)