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UBA: Germany in 2050 - a greenhouse-gas neutral country

26.01.15

Kernaussage: bis 2050 kann Deutschland seine Klimagase um 95 % reduzieren; Agrarsektor und importierte Konsumgüter verhindern 100 %

Das Umweltbundesamt (UBA) hat wiederholt die Machbarkeit eines klimaneutralen Deutschlands bis 2050 untersuchen lassen. Während jedoch das Wuppertal-Institut für Klima im Sommer 2014 eine Metastudie mit internationalen Vergleichen veröffentlicht hat (vgl. Zusammenfassung 8/2014), handelt es sich bei dieser Studie um eine rein nationale Betrachtung, basierend im Wesentlichen auf eigenen Zahlen des UBA. Berechnungen des Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) (vgl. Studie Energieziel: 2050, 4/2013) haben dm UBA bereits 2010 bestätigt, dass die technischen Voraussetzungen für ein klimaneutrales Deutschland durchaus vorhanden sind. Dies sei mehr denn je der Fall. Allerdings, so die aktuelle Publikation, bleibe eine Lücke im Sektor Landwirtschaft, wo die Emissionen von Methan und Schädlingsbekämpfungsmitteln nicht vollständig kontrolliert werden könnten. Zur Gewinnung von Biomasse sollten daher in Zukunft keine Pflanzen mehr angebaut werden, sondern lieber Müll verwendet werden. Ein weiterer Grund, der dem Ziel der Null-Emissionen zuwiderläuft, seien Importe von Konsumgütern, die nicht klimaneutral erzeugt wurden.

Für Onshore-Wind wird eine potentiell installierbare Kapazität von 1190 GW angenommen, für Offshore-Wind 45 GW. Die 360 Seiten umfassende Studie betrachtet allerdings die gesamte Wertschöpfungskette. Um beispielsweise 1 GW weitere Offshore-Windkapazitäten zu erzeugen, würden 1,47 Mio. Tonnen Rohstoffe wie Beton, Stahl und Kupfer benötigt. 1 GW Solarenergie erfordere 462 Tonnen Zinn. Innovative Dünnfilmsolarzellen könnten den Verbrauch von seltenen chemischen Elementen wie Indium und Tellur um 60-90 % senken. Wieviel erneuerbare Energien tatsächlich installiert werden, hänge also auch von Faktoren wie Rohstoffpreisen, gesellschaftlicher Akzeptanz und deren zunehmender Energieeffizienz ab, die mit fossilen Kraftwerken Schritt halten müsse.

Zur Studie (Januar 2015)